Brustkrebs und Osteoporose

ABCSG-18Prof. Dr. Michael Gnant präsentiert neue Studiendaten in Chicago

Nach über einem Jahrzehnt liegen jetzt die Daten der größten Brustkrebsstudie Österreichs vor. Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant, ABCSG-Präsident und Leiter der Studie: „Wir können unseren Brustkrebs-Patientinnen mit AI-Therapie jetzt sehr einfach mit nur zwei Injektionen pro Jahr und ohne zusätzliche Belastungen eine schwerwiegende Langzeitfolge der Krebstherapie ersparen.“

Osteoporose ist für Brustkrebspatientinnen ein besonderes Problem, denn diese Frauen haben ein zehnfach höheres Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Bereits ein Viertel aller Brustkrebspatientinnen ist schon am Beginn ihrer Erkrankung osteopenisch, nach drei Jahren ist es fast die Hälfte. Die hochwirksamen Aromatasehemmer, die mit großem Erfolg in der Therapie von hormonrezeptorpositiven, postmenopausalen Brustkrebspatientinnen eingesetzt werden, verschärfen die Situation.

Das Studienprojekt der ABCSG, die ABCSG-Studie 18, hat das Ziel, den Behandlungseffekt von Denosumab bei Brustkrebspatientinnen, die sich einer nicht-steroidalen Aromatase-Inhibitortherapie (z.B. Anastrozol) unterziehen, zu untersuchen. Denosumab ist ein Antikörper, der die Reifung von Osteoklasten, die den bestehenden Knochen abbauen, behindert. Es hat sich gezeigt, dass eine alle sechs Monate verabreichte subkutane Injektion dieses Antikörpers zu einer Verlangsamung des Knochenabbaus führt und somit Knochenbrüche verhindern kann.

Insgesamt wurden 3.425 Patientinnen in Österreich in diese placebo-kontrollierte, doppelblinde Studie eingeschlossen, es kam zu 92 Frakturen im Therapie-Arm und 176 im Placebo-Arm (HR=0.50).

„Wir sind sehr stolz auf dieses eindeutige und überaus positive Ergebnis, das wir am ASCO auch in der Main Session präsentieren werden“, so Prof. Gnant. „Ich möchte allen Beteiligten danken, die diesen tollen Erfolg möglich gemacht haben – den Tausenden Patientinnen, unseren engagierten Zentren und den Profis in der Studienzentrale!“


Beitrag veröffentlicht am 20.05.2015