Take Home Massages vom Onkologie-Weltkongress

Zum Thema Mammakarzinom waren beim ASCO 2016 vor allem zwei Beiträge relevant, die die klinische Praxis verändern werden:

  • Erstens die Präsentation der PALOMA-2-Studie, die den CDK4/6-Inhibitor Palbociclib plus Letrozol in einem First-Line-Setting mit Letrozol alleine verglich (Finn RS et al., Abstract 507). Der Vorteilvon über zehn Monaten progressionsfreiem Überleben ist der größte bisher beschriebene Fortschritt in der Therapie des Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen, fortgeschrittenen Mammakarzinoms, und wird wohl rasch zum neuen Therapiestandard werden. Die CDK4/6-Inhibitoren sind damit in klinisch relevanter Situation ein wesentlicher Fortschritt, wie auch die positiven Signale anderer Studien mit Ribociclib und Abemaciclib zeigen.
  • Zweitens sind die Ergebnisse der MA.17R-Studie zu nennen, die einen deutlichen Vorteil einer Verlängerung der Aromataseinhibitor-Therapie zeigten (Goss PE et al., Abstract LBA1). Die Anwendung in der klinischen Praxis ist hier etwas differenzierter zu sehen, waren doch nur jene Patientinnen in die Studie eingeschlossen, die die davorliegende endokrine Therapie ausgezeichnet vertragen haben.

Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant
Präsident der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group

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Beitrag veröffentlicht am 11.07.2016